
Top 10 häufigste Fehler beim Säen
Wir bekommen manchmal Fragen zu Problemen beim Säen. Dabei fällt uns auf, dass beim Säen und Keimen oft dieselben Fehler gemacht werden. Dabei möchten wir Ihnen gerne helfen. Denn wenn Sie diese Fehler erkennen, können Sie sie leicht vermeiden.
Wir haben eine Top 10 der häufigsten „Fehler” zusammengestellt:

An erster Stelle steht: Aussaat unter zu kalten Bedingungen
Es kommt häufig vor, dass man zu früh mit der Aussaat im Freien beginnt. Das passiert oft bei bestimmten Kürbissorten wie Butternuss- und Muskatkürbissen. In den meisten Fällen wird schon nach ein paar Tagen schönem Wetter im Freien ausgesät, aber dann ist die Erde bei weitem noch nicht warm genug und die Samen fangen an zu faulen. Der Boden braucht wirklich Zeit, um sich zu erwärmen. Erst dann keimen Ihre Samen. Es ist sehr wichtig, dass der Boden in der Aussaattiefe warm genug ist. Um dies herauszufinden, können Sie ein Bodenthermometer verwenden. Ist der Boden noch zu kalt, warten Sie, bis die Temperatur ausreichend ist. Scheuen Sie sich nicht, etwas später als empfohlen zu säen, denn wenn die Temperatur und die Wachstumsbedingungen stimmen, verläuft der Keimprozess schnell und die Pflanzen wachsen besser als bei zu kalten Temperaturen. Haben Sie also Geduld und lassen Sie sich von der Natur leiten!
2: Große Temperaturschwankungen
Um keimen zu können, wird im Samen ein Enzym aktiv, das die gespeicherten Nährstoffe in Energie umwandelt. Dieser Prozess kommt bei einer stabilen Temperatur gut in Gang. Wenn Sie zu Hause vorkeimen, ist es tagsüber durch die Heizung schön warm. Die Enzyme werden dann aktiv. Aber wenn Sie zu Bett gehen, wird die Heizung ausgeschaltet und die Temperatur sinkt. Dann stoppt dieser Prozess wieder. Durch diese ständigen Temperaturschwankungen funktioniert der Keimprozess nicht so gut, er wird vorübergehend oder sogar ganz unterbrochen, woraufhin sich die Keimung verzögert oder in manchen Fällen ganz ausbleibt. Deshalb keimen Samen am besten an einem Ort, an dem die Wärme und die Bedingungen so gleichmäßig wie möglich sind. Für die Aussaat im Haus gilt daher: Sorgen Sie für eine konstante Temperatur. Und für die Aussaat im Freien gilt: Säen Sie nicht zu früh. Warten Sie, bis die Nächte nicht mehr so kalt sind.
3: Zu tief säen
Bevor Sie mit der Aussaat beginnen, schauen Sie sich zunächst an, welche Samen Sie gekauft haben. Es ist nämlich sehr wichtig zu wissen, ob es sich um Lichtkeimer handelt oder nicht. Oft kommt es vor, dass Lichtkeimer „begraben” werden und dann nicht keimen. Lichtkeimer brauchen Tageslicht, um keimen zu können, daher sät man sie auf die Erde. Drücken Sie sie nur leicht an oder streuen Sie, wenn Sie drinnen vorkeimen, höchstens eine sehr dünne Schicht Vermiculit darüber. Für die anderen Sorten gilt die Faustregel: Säen Sie nicht tiefer als die Dicke/Breite des Samens.
4: Zu wenig Tageslicht
Lichtkeimer brauchen Tageslicht. Sorgen Sie also für einen Platz vor dem Fenster oder, noch besser, wenn Sie ein Gewächshaus haben, säen Sie im Gewächshaus.

5: Die Keimlinge zu warm und zu dunkel hinstellen
Oft werden die gekeimten Keimlinge zu dunkel und zu warm hingestellt. Sie „strecken” sich dann sozusagen, um so viel Licht wie möglich zu bekommen, und durch die Wärme wachsen sie zu schnell. Durch die Kombination dieser beiden Faktoren erhält man lange, schwache und blasse Keimlinge. Für kräftige, grüne Keimlinge stellen Sie die Keimlinge, wenn Sie zu Hause säen, beispielsweise in ein kühles Schlafzimmer ohne Heizung. Stellen Sie sie so nah wie möglich ans Fenster, damit sie ausreichend Tageslicht bekommen. Aber Achtung: nicht in die Sonne und auch nicht im Durchzug!
6: Keine Geduld
Manche Samen brauchen einfach mehr Zeit als andere. Zu schnell aufzugeben ist ein häufig gemachter Fehler.
7: Zu dicht säen
Auf unserer Website finden Sie oft den Tipp „Nicht zu dicht säen”. Damit ist gemeint, dass Sie besser nicht zu viele Samen dicht nebeneinander säen sollten. Wenn Sie das dennoch machen, müssen die Keimlinge zu sehr um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Dadurch werden die Pflanzen schwach und wachsen nicht gut oder sterben ab.
8: Verwendung falscher Erde
Beim Aussäen wird oft normale Blumenerde verwendet. Normale Blumenerde ist oft zu schwer, wodurch viele Samen nicht keimen können. Verwenden Sie daher spezielle Aussaaterde, da diese luftiger ist, weil sie (im Fall unserer Aussaat- und Steckerde) Lava und Perlit enthält. Das ist besser für die jungen Wurzeln und dadurch wachsen Ihre Keimlinge leichter.
9: Kaltkeimer hatten keine Kälteperiode
Es gibt Samen, die eine Kälteperiode benötigen, um zu „erwachen”. Erst dann keimen sie. Das sind oft Blumensorten, einige Kräuter und Stauden. Wenn Sie drinnen vorziehen, sollten Sie sie also nicht in einen warmen Raum stellen, da dann nichts passiert. Die Samen befinden sich dann noch immer in der Keimruhe. Um diese zu durchbrechen, können Sie zwei Dinge tun:
- Säen Sie im Herbst im Freien, damit die Natur ihre Arbeit tun kann.
- Bevor Sie drinnen aussäen, legen Sie den Beutel mit den Samen für einige Wochen beispielsweise in den Kühlschrank oder, wenn Sie bereits ausgesät haben, stellen Sie die Saatschale für einige Wochen in den Kühlschrank oder in ein kaltes Gewächshaus. Auf diese Weise können die Samen „aufwachen”. Das ist bereits bei 4 °C möglich. Dies wird als Kältestratifizierung bezeichnet.
Kältekeimer erfordern also eine spezielle Behandlung, wenn Sie drinnen aussäen, werden aber oft zu starken, gesunden Pflanzen. Indem Sie ihrem natürlichen Rhythmus folgen, erhöhen Sie die Chance auf eine erfolgreiche Keimung.
10: Zu viel gießen
Nässe ist nicht dasselbe wie Feuchtigkeit. Nach der Aussaat halten Sie den Boden feucht. Das geht am besten mit einer Blumenspritze. Mit einer Gießkanne kommt meistens ein Wasserstrahl an eine Stelle, wodurch der Boden zu nass wird und die Samen verfaulen. An der Erde sieht man schnell, ob sie zu feucht ist, denn dann bildet sich Schimmel. Es ist besser, öfter eine kleine Menge zu geben, als auf einmal eine große Menge, und verwenden Sie vorzugsweise die Sprühfunktion einer Pflanzenspritze.
